Dienstag, 9. Februar 2016

"Fly" - Teil 3

Frei nach dem Motto "Gut Ding will Weile haben" ist seit heute endlich mein Fly-Quilt fertig!!!

Vorderseite

Rückseite

Warum hat es solange gedauert?
 Die Antwort ist einfach: ich hatte größten Respekt vor dem Binding.

Weder bei der "Bionic-Gear-Bag" noch dem "Baby-Quilt" hat es so geklappt, wie ich es mir gewünscht habe.

Deswegen lag die Decke gequiltet monatelang, aber noch nicht begradigt in meinem Nähzimmer.

Zum Glück bin ich letze Woche im Rahmen eines Swe-Alongs auf die "Folding-Block-Station" gestoßen und habe sie erfolgreich INCL. Binding genäht.

So motiviert habe ich heute beschlossen den Faschings-Dienstag bunt werden zu lassen. Draußen Regen, kein Fox will eine Foto vor die Tür setzen, also geht's ins Nähzimmer :)

Nach dem begradigen ging es an das Binding.

Hier habe ich mich für das einfache Binding entschieden, bei dem der Stoff hälftig umgebügelt wird und dann an der Rückseite des Quilts angenäht wird.
Durch das Klappen auf die Vorderseite kann man dann problemlos mit der Nähmaschine eine schöne saubere  und gerade Naht auf das Top zaubern.
Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg...

Für das Binding sind die Reste zum Einsatz gekommen, die beim Begradigen angefallen sind und zwei Streifen aus der noch vorhandenen 3"-breiten Jelly-Roll.


Danach ging es an das Bügeln von insgesamt 7,00 m Binding, weil der Qult eine Seitenlänge von insgesamt 6,60 m hat.


Um die Gesamtlänge zu erreichen, werden alle Streifen an einander genäht.
Dafür werden zwei Streifen rechts auf recht mit ein wenig Überstand oben und rechts zusammengelegt. Es wird eine Linie im 45 °-Winkel angezeichnet.

Alles auf die NähMa...
 ... die NZ auf 1/4" zurückschneiden...
... 

NZ aus einander bügeln...

Stoffe wieder mittig zusammen legen...

... und so weiter machen, bis die notwendige Stoffmenge zusammen gekommen ist!

Das Binding wird auf der RÜCKESEITE des Quilts angenäht. Dafür startet Ihr auf der Seitenmitte und lasst die ersten 30 cm "baumeln", näht sie also nicht an und beginnt den 1. Stich nach 30 cm.
Ich habe für das leichtere Handling mit ein paar Klammern  gearbeitet, die das Bindin am Quilt halten.

Bei der Ecke stoppt man die Maschine ca. 1/2" vor Seitenende, zieht die Decke unter der Maschine weg und klappt den Stoff wie zu sehen im 45°-Winkel nach links oben. 


Danach wird alles wieder unter die Maschine geleg tund weiter genäht. Ich habe hier fpr Fotozweckealles ohne Maschine gezeigt.
 
 

 Wie man sieht, braucht es beim Nähen von Decken jede Menge Platz...

Das Beste kommt beim Binding zuletzt ;)
Auch am Ende stoppt Ihr wieder ca. 30 cm vorher, so dass Ihr insgesamt eine Lücke von 60 cm habt.
Nun legt Ihr Anfangs- und Endstück des Bindings in einander.
Bei mir beträgt die Breite des Bindings 3". Genau so breit muss der Bereich des Überlappens beider Bindingteile sein!  IHR SCHNEIDET NOCH NICHTS ZURÜCK!!!
Ich habe mir diesen Bereich markiert und dann geht's wieder an die NäMa.

Wie beim Nähen der Bindingstreifen werden wieder beide Teile rechts auf gelegt und im 45°-Winkel zusammen genäht.
Ihr schaut, ob alles ohne Falten zu schlagen passt und schneidet erst jetzt den Stoffüberstand zurück!

So, das Binding ist "dran" - zumindest von einer Seite!

Jetzt wird das Binding von der Rückseite ordentlich auf das Top geklappt und festgesteckt.
Ich nehme dafür keine Nadeln, sondern Klammern.


Wenn alles ordentlich geklammert ist, geht's wieder an die Maschine.
Ich arbeite hier mit dem Quiltfuß, der auf Inch-Größen "eingestellt" ist. sowei einer Anlegeschiene für größtmögliche Genauigkeit.
Wie Ihr sehen könnt, nutze ich die linke Seite des Nähfußes als "Kante", die genau am Stoff entlang gleitet. Das hat denselben Effekt wie der Schmalkantfuß mit Schiene. ich war nur zu faul, den Fuß zu wechseln ;)

Hinten sichbtar wird der immer schön gleichbreite Nahtabstand zum Stoffrand.

Und wieder ein großer "Deckenknaubbel"...

Jetzt das Nähen der Ecke unter der Maschine (vorher war die Ecke geklammert!)

Ich setze zwei Stiche in den Stoff, damit auch alles wirklich hält und nähe einen weider zurück...

... wende den Stoff und nähe weiter.

Letzte Ecke...


FERTIG!!!



Es ist vollbracht und ich habe endlich einen Quilt für mich!
 



"Fly" verleiht zwar keine Flügel, lässt mich aber trotzdem auf Wolke 7 schweben :)

Jetzt darf "Fly" noch zu Creadienstag, DienstagsDinge , Handmade On Tuesday (HOT) - und natürlich zu Fabulatorias "Lovely Precuts Linkparty", weil das Top aus (teilweise selbst geschnittenen) Jelly-Rolls besteht!
Außerden reihe ich "Fly" bei "The Quilt Collection" von Gesine alias Allie&me!
http://allie-and-me-design.blogspot.de/p/the-quilt-collection.html
 

Donnerstag, 4. Februar 2016

Praktische Helfer für meine Näharbeiten...

... finde ich immer toll - besonders, wenn sie selbst genäht sind :)



Genau so einer ist die "Folding Block Station" von Jane Davidson, die sie am 30. Januar 2016 im Rahmen der Vorbereitungen für den am 14. Februar beginnenden Splendid-Sampler-Sew-Along gepostet hat.

Ich find's eine klasse Idee und habe sie "post-wendend" genäht und war so tatsächlich auch noch mit meiner "Mobilen Bügel-Block-Lege-Station" bei Greentfietsens Taschen Sew-Along im Januar dabei.
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiyJKmErpK7nwupGGsjntlEZdCHJmT74y_jxJ8xt3UkP5zcMjoCG0pqhsRftRNKdVyZKaiyau-Xc3qA1krw2psRf1LUhbEBBYH-chuqdFokwAv2eIs496PjStVvy_7ZLcDtV0cm-JyfL1AX/s1600/Taschen-

Allerdings habe ich nur die Idee übernommen und auf das Nähen des "Bonus-Blocks" für den Splendid-Sampler (vorerst) verzichtet.

Dafür ist einer meiner Blöcke für den Farmer's Wife Sew-Along zum Einsatz gekommen, und zwar Nr. 54, die "Kitchen Woodbox" aus dem Buch von Laurie Aaron Hird "The Farmer's Wife Sampler Quilt / 1920". Dazu demnächst mehr...



Bei den Stoffen habe ich auf eine meiner Lieblingsserien zurück gegriffen - "Sweet as Honey" von Bonnie Christine. Bis auf zwei Stoffe habe ich sie inzwischen alle und kann so aus dem vollen schöpfen, sprich: hoffentlch zwei Quilt-Sew-Alongs (Farmer's Wife und Splendid-Sampler) davon bestreiten.
Ergänzt wird um den ein oder anderen farblich passenden "Basic-Stoff" - auf dem Foto liegen unten schon mal drei mittig dabei.


Jetzt aber zurück zu meiner "Mobilen Bügel-Block-Lege-Station" ;)

Hier seht Ihr alle Bestandteile mit Inch-Angaben und zwar habe ich
- 1 Stück Insul-Bright in 12" x 22" (schützt Unterlagen vor Hitze des Bügeleisens, alternativ kann Thermolam verwendet werden, dann aber zweilagig!)
- 1 Stück Wattierung in 12" x 22"  (hier 80%-Baumwoll-/20%-Polyestervlies von Heirloom)
- 1 Stück Außenstoff in 12" x 22" (bei mir helles Leinen)
- 2 x 7,5" Square (SQ) für die Linealtasche (Innen- und Außenstoff)
- der mit 2,5 " breiten Rändern versehene Patchblock
- ca. 2,20 m Binding-Stoff in 2,5" Breite
- ein Band zum verchließen, ca. 1,30 m lang
- Rollschneider, Lineal, Schere, Stift, evtl. Schrägbandformer (hier 2,5 cm Breite)

Alle Angaben findet Ihr auch in Janes Anleitung!


Außen- und Innenstoff bestehen aus hellem Leinen - edel und doch robust.
Damit wird als erstes der bereits angefertigte 6,5" Block eingefasst und zwar wie ein Log-Cabin. Zunächste werden die kurzen Stoffbalken und dann die langen Seiten angenäht.


Rechte Innenseite ist fertig!


Ich habe das Schrägband für den Verschluss selbst gemacht und dafür mit dem Schrägbandformer einen Stoffstreifen von ca. 1,30 m Länge (Ihr kommt auch mit 1,10 m hin!) und 5 cm Breite in Form gebügelt und dann knappkantig zusammengenäht.

Schrägband anfertigen und dafür als erstes zwei Stoffstreifen rechtwinkling über einander legen und dann im 45°-Winkel eine Linie einzeichnen.
Mir hilft dabei mein 6,5" SQ Lineal sehr schön:
 Im 45 ° Winkel zusammennähen.

Hätte ich die linke untere Seite genauso breit wie di rechte Seite geschnitten, wäre die Kante glatt ;)
 Schräg angeschnitten in den Schrägbandformer schieben und untern herausziehen - bügeln bzw. PRESSEN und keine Bügelbewegung machen ;)

Nur das Bügeleisen aufsetzen, drücken und wieder Anheben...

Dann Schrägband mittig gefaltet knappkantig abnähen - von beiden Seiten und NICHT wie hier nur von einer Seite - habe die 2. Seite glatt vergessen!

Das Band wird mittig an beiden Außenseiten auf die Tasche genäht, aber erst, wenn Ihr gequiltet habt und nicht wie bei mir schon vorher. Das hat beim Quilten die Nadel gestoppt und unschöne Stellen verursacht...

Hier entsteht das Linealtäschchen. Dafür werden die beiden Stoffquadrate rechts auf rechts auf einander gelegt und bis auf eine "bequeme" Wendeöffnung mit 1/4" NZ zusammengenäht.


NZ zurückschneiden...
...Ecken schön ausformen...

...und natürlich bügeln! Die Wendeöffnung wird beim späteren Aufnähen auf den Außenstoff verschlossen.

Und jetzt geht es an das Bauen des "Quilt-Sandwiches".
Dafür habe ich den von vielen Quiltern empfohlenen Sprühkleber "Odiff 505" getestet.
Wichtig: sprüht den Kleber immer dünn auf das Vlies und NICHT AUF DEN STOFF!!!
 Es hält sehr gut, nciths verrutscht und so habe ich erst ein Mal das Batting/Insulbright-gemisch mit der Rückseite vernäht.


Dann habe ich den Block auf die rechte Innenseite gesetzt und wie in der Anleitung beschrieben einen weiteren Streiefen angebäht, der sozusagen den "Rücken" Eurer Tasche im geschlossenen und befüllten Zustand darstellt.

Hilfreich ist hier für mich der Schmalkantfuß. Ihn habe ich auch beim anschließenden Quilten im Nahtschatten genutzt. Blöderweise gibt's da keine Bilder von :(


Es geht dem Ende entgegen ;) und zwar mit dem Anfertigen des Binding-Streifens. Er ist bei mir ca. 2,20 m lang und 2,5" breit. Weil es mein erstes Maschinenbinding nach Monaten ist, habe ich mir mal wieder das passende Youtube-Video von Jenny angesehen.


Und schwupp liegen jetzt die Stoffe leicht überstehend übereinander, der Rest ist wie oben beim Schrägband beschrieben und hier geht's ganz sauber aus, weil ich gleichbreit zugeschnitten habe ;) . Beide"Macharten" funktionieren übrigens einwandfrei.


Das Binding wird auf der Rückseite angenäht...

...und am Ende mit einer "Schrägnaht" verschlossen. Damit das Binding von der Länge genau passt, muss es in Stoffbreite, also hier 2,5" über einanderliegend im 45°Winkel zusammengenäht werden. Das schaut Euch lieber mal im Video an ;)


Ist das Binding geschlossen, wird der eta 30 cm lange Rest genauso angenäht und dann umgeschlagen und knappkantig auf der Vorderseite Eurer Tasche abgesteppt. Auch hier nehme ich den Schmalkantfuß, was sehr gut geklappt hat.
 

Innenleben - links der Bereich für das Legen der Qultblöcke: dank BW-Vlies (=Batting) verrutscht hier nichts! - rechts der gequiltete "Bügelbereich".


Wenigstens etwas sichtbar werden hier meine 1. Quiltversuche in Form von Stippling auf der neuen Nähmaschine und auch sonst habe ich nicht wirklich voel gequiltet - bisher!


Die Rückseite, die die Probleme des verfrüht angenähten Bindebandes offenbart...

So, jetzt ist es geschafft und bei mir steht ein neuer, hübscher und praktischer Nähhelfer parat, der auch optisch sehr schön zu meiner "Bionic-Gear-Bag" mit Nadelkissen passt - einfach "Sweet", oder ?! ;)



Weil das Trio für mich genäht ist und das auch so bleiben wird, RUMST es seit Ewigkeiten mal wieder bei mir.
Außerdem darf die "Folding-Block-Station" auch nicht bei der tollen gemeinsamen Taschennäh-Aktion von Katharina  (Blog "Greenfietsen") als passender Januar-Beitrag zu "Gut organisiert ins neue Jahr" fehlen!
http://greenfietsen.blogspot.de/2016/01/taschen-sew-along-2016-januar.html